Kunstserie "Entwurzelung - Verwurzelung"

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"Radu. Entwurzelung - Verwurzelung" ist eine Kunstserie bestehend aus meistens noch nie gezeigten Bilder des deutsch-rumänischen Künstler Radu-Anton Maier.

Malerei von Kunstmaler Radu-Anton Maier

Er studierte Malerei an der "Ion Andreescu" Akademie in Klausenburg. Ab 1959 war er Assistent von Corneliu Baba in Bukarest und Aureliu Ciupe in Klausenburg an der Kunstakademie. Radus ständige Suche nach neuen wegweisenden Formen und Darstellungsmöglichkeiten führt den Maler zu ersten Kontaktaufnahmen mit der europäischen Kunstszene, als Student der italienischen Akademie der Künste in Perugia (Italien). Die künstlerische Karriere des Malers bekommt auf dramatische Weise einen Tiefschlag, mitten in der Lockerung Rumäniens der `70-er Jahre: Ein großes Fresko (42 qm) von Radu wird aufgrund eines Beschlusses der damaligen kommunistischen Parteiführung, im Kulturzentrum "Cinema-Republica" – über Nacht abgedeckt, da es durch darin enthaltene "vermehrt dekadente Elemente" eine "tiefe Feindschaft gegen die Arbeiterklasse" vorweist. Radu verlässt offensichtlich aus Protest das Land und findet seinen Wohnsitz endgültig in Deutschland. Diese Aversion wurzelt in seiner Herkunft als Rumänien-Deutscher, wo er gegen die von den Machthabern diktierte Wirklichkeit seine eigene entwickelte.

Motto der Kunstserie

Das Motto der Kunstserie ist durchaus programmatisch zu verstehen und hat einen direkten Bezug mit der damaligen Zeiten. Denn der Künstler, indirekt vertrieben vom eigenen Land, bietet zum ersten Mal eine symbolische Darstellung sowohl der Action - als Entwurzelung, als auch des Resultats – die Verwurzelung als Prozess der künstlerischen Verwirklichung.

Im Mittelpunkt der Kunstserie

Obwohl die Bilder mit 2017 signiert sind, die ganze Kunstserie ist eigentlich in den letzten 15 Jahren entstanden. Im Mittelpunkt der Kunstserie stehen dominante Wurzelelemente und eingezäunte Bäume, bewacht von monumentalen, trüben oder tiefgreifenden Sonnenuntergängen. Für Radu, dessen Kunst sich zentral mit den Themen der Verfremdung, Zerstörung, Ruinen und Abgang befasst, stellt die Verwendung von Wurzelelementen als Hauptmotiv der Serie eine passende Metapher dar, um den Begriff von Entwurzelung und Verwurzelung darzustellen.

Die imposante Präsenz von Radus monumentalen, manchmal filigran gearbeiteten Gemälden mit ihren in Nebeln gedeckten Farben, feurig lasierten Substraten und außerirdischen Oberflächen erwecken im Betrachter ein Gefühl der fremdartigen Zerstörung und schließlich der Vernichtung. Direkte Bezüge zur realen Welt haben die Gemälde „Entwurzelung 3, 4, 5, 6“, die ganz hinten ausgestellt sind. Die Leinwände bestehen aus soliden, aber ausgetrockneten Ästen, Drähte die wie eine unerwünschte Grenze die verdunkelnden Bildräume durchdringen. Die 4 realistischen Werke, die einen offensichtlichen Bezug zur abbildbaren Realität haben, wecken Assoziationen, Erinnerungen, die mit eigenen Bildern des Selbst Erlebten und Fühlens behaftet sind. Diese wirken wie ein verstörender Albtraum.

Kontrastreiche Begegnungen

Der zweite Teil der Kunstserie ist unter dem Motto "Kontrastreiche Begegnungen" entstanden. Rätselhaft sind die scheinbar anmutigen und sonnigen Gefilde. Sie zeigen eine Reflektion, die sich langsam und stumm zwischen Himmel und Wasser ausstrecken oder im Himmel verankert sind oder auch ausgetrocknete Äste suggerieren, die sich im Himmel auflösen. Dazu gehören die Gemälde "Himmelswurzeln", "Astraler Mythos", "Konfluenzen" und "Verwurzelung", die eine echte Begegnung mit kontrastreichen Motiven des Künstlers anbieten. Diese Leinwände setzen viele Assoziationen frei. Das Erlebnis ist vielfältig und widersprüchlich. Paradigmatisch ist das Bild “Himmelswurzeln” von 2015, auf dem sich die Wurzeln zu einem fiktiven Universum in einer gewaltigen Atmosphäre entwickeln, obwohl die Sonnenuntergänge nicht plakativ sind, sondern eher diskret und in Entstehung. Die Botschaft der Werke bleibt ambivalent.

Die realistische Dominanz der Wurzeln schmilzt also langsam ab und am Ende der Kunstserie ist der Zuschauer mit einer kryptischen beinahe abstrakten Darstellung dieser Entwicklung konfrontiert!

"Spiegelungen" ist das einzige Gemälde, das fast abstrakt wirkt und beinhaltet die eigentliche Symbiose der Entwurzelung und Verwurzelung.

Getrieben von Erlebnissen, geprägt von Neugier und Begeisterung für verschiedene Vernetzungselemente, entwickelte Radu über all die Jahre ein eigenes Leitmotivsystem, das ihm eindrucksvolle Farbkombinationen und die Erschaffung unwirklicher Welten ermöglicht. In diesen Werken, die meistens surrealistische Bildkompositionen sind, fließt ein realistischer Eindruck verstärkt durch strenge grafische und geometrische Elemente.

Die Technik der Kunstserie

Wenn Sie die Bilder betrachten stellen Sie sich bestimmt Fragen über die direkte Beziehung des Künstlers, den Weg den er gemacht hat und die daraus entstandenen Leitmotive und vor allem über die Technik die er angewendet hat. Erstaunlich ist tatsächlich bei Radu die Virtuosität, die nahezu perfekte Beherrschung der zur Verfügung stehenden Mittel. Es gibt bei ihm so gut wie keine reine Ölmalerei, reine Acryl oder Temperamalerei, sondern vielmehr eine nüchterne Mischung aus allen Richtungen. Die bis zu acht übereinanderliegenden Schichten von Farben, Isolierlack und Firnis bezeichnet Radu als Mischtechnik. Selten werden Pinsel verwendet, eher Messer, Schaber, Rasierklingen, Nadeln, Fräsen, Schablonen, Schleifpapier, Gummirollen und ähnliche Werkzeuge. Nicht zu vergessen ist der Ayrbrush, sein Hauptwerkzeug. Druck, Abdruck, Frottage und Accrochage vervollständigen diese umfangreichen Malmittel und „Handwerkzeuge“.

Im Einklang mit Pictorialismus

Mit Arbeiten „Entwurzelung 3, 4, 5, 6“ knüpft Radu an eine Stilrichtung der Geschichte der Fotografie des ausgehenden 19. Jahrhunderts, den Pictorialismus und verwendet die Kamera als Medium der Kunst, eine Technik die auch Gerhard Richter oft im Einsatz hat. Dabei entsteht ein fantastisches Wechselspiel zwischen den beiden Realitäten Fotografie und Malerei. Die dokumentarische Form des Fotos und der ungegenständliche Charakter des Farbauftrags kommentieren sich gegenseitig und zeigen eine erstaunliche Melange von Assoziationen und Bildsensationen.

Im Allgemeinen haben die Entwurzelung und die Verwurzelung immer wieder Mischformen von Kulturen hervorgebracht, aber auch Austausch und Begegnung bewirkt, dessen Variationen das Ergebnis eines ständigen kulturellen Prozesses ist.

Pressespiegel: Die Allgemeine Deutsche Zeitung hat darüber berichtet

"Verwurzelt – Entwurzelt"
Dr. Claus Stephani im Gespräch mit dem deutsch-rumänischen Maler und Grafiker Radu-Anton Maier für die ADZ

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